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“Das Ziel ist einen perfekten Flug anzustreben, ich werde dies aber nie schaffen …”

Dieser Satz klingt ein wenig ernüchternd, aber beschreibt in meinen Augen die Kunst der Fliegerei ziemlich perfekt. Ein Kunstflugpilot sollte in jedem Flug, ob Trainings- oder Wettbewerbsflug immer nach der Perfektion kämpfen und streben. Ein Pilot der sich auf die wundervolle Reise begibt, seinen Horizont mit Kunstflug zu erweitern wird Unvorstellbares erleben.

Wie soll man den Hochleistungssport Kunstflug in wenigen Worten beschreiben?

Nervenkitzel – Waghalsig – Verrückt – Gefährlich – Todessehnsucht …

Das sind vielleicht ihre ersten Assoziationen die in Ihrem Kopf herum schwieren. Leider muss ich Sie vorerst enttäuschen. Es ist viel viel mehr. Es ist auch schwer dies in einigen Zeilen auf einer Webseite zu beschreiben, aber ich werde es probieren.

Es ist das Bestreben mit einem Flugzeug so präzise zu fliegen, wie ein Schweizer Uhrwerk jede Sekunde des Tages tickt. Es ist so präzise und akkurat, wie Maschinenbau. Es ist zeitlich so präzise wie ein wunderschönes Opernstück.

Kunstflug ist eine enorme Belastung. Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h und G-Belastungen von positiven 10G und negativen 10G belasten das Flugzeug und den Piloten. Dies entspricht das 10-fache ihres Körpergewichts. In dem einen Moment möchte das Blut aus dem Gehirn in die Beine fließen, nur Sekunden später drückt das Blut wieder in den Kopf zurück. Diese Belastungen sind nur mit Atemtechnik und Muskelanspannung zu kompensieren, es gibt keine technische Unterstützung als Hilfe (wie z.b. im Kampfflugzeug).

Neben dieser körperlichen Belastung, muss der Pilot auch mit Stress klar kommen. Ob es Wettbewerbsstress oder der Stress ist, dass man gerade mit 400km/h dem Erdmittelpunkt entgegen steuert, spielt hier keine Rolle.

In diesem Moment, wo die körperliche Belastung und das Stresslevel am höchsten ist, muss man ganz ruhig sein und die nächsten Sekunden durchdenken, planen und präzise das Flugzeug steuern. Tatsächlich übersteigt der Puls des Piloten nur selten die 100 Schläge pro Sekunde, auch wenn man nach einem Flug mental und körperlich vollkommen ausgelaugt ist.

Oliver Bax

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